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Deutsche Staatsoberhäupter: Könige, Kaiser, Kanzler   heute: Mittwoch, 21.02.2024

Regententabelle zur deutschen Geschichte


Die Reichsinsignien
 

Deut­sche Kö­ni­ge, Kaiser, Kanzler



  1.  Karolingisches Frankenreich (768 - 911)
  2.  Heiliges Römisches Reich [deutscher Nation] (911 - 1806)
     ➤  Krise des deutschen Königtums: Interregnum (1254 - 1273)
  3.  Deutscher Bund / Norddeutscher Bund (1806/1815 - 1871)
  4.  Zweites Kaiserreich (1871 - 1918)
  5.  Weimarer Republik und Drittes Reich (1918 - 1945)
  6.  Bundesrepublik Deutschland (1949 - )
 
Chronologie deutscher Staatswesen und ihrer Staats­ober­häup­ter
 – von 768 bis 2024
 

Das Frankenreich Karls I. des Großen, über das auch sein einziger Sohn Ludwig der Fromme noch ungeteilt herrschte, umfaßte Deutschland, Frankreich und die nördlichen zwei Drittel Italiens. Nach Ludwigs Tod 840 wurde es zwischen seinen drei Söhnen Lothar I. (Mittelteil von den Niederlanden bis Schweiz mit Italien), Karl II. dem Kahlen (Frankreich) und Ludwig dem Deutschen (Deutschland und Österreich) aufgeteilt. 869 starb Lothars Sohn, Lothar II., ohne männliche Erben, deshalb wurde sein Mittelreich „Lotharingien“ zwischen den karolingischen Linien Ost- und Westfrankens verteilt, von der Nordsee bis zu den Alpen in etwa orientiert an der romanisch-germanischen Sprachgrenze. In der ursprünglichen Dreiteilung liegt aber der Nukleus dafür, daß sich im Spätmittelalter das Burgunderreich zwischen Frankreich und Deutschland schob. Aus dieser neuen Mitte entwickelte sich ab 1500 die Unabhängigkeit der Niederlande und der Schweiz.

Nach dem Tod des letzten deutschen Karolingers, Ludwigs III. „des Kindes“, achtzehnjährig, entschieden sich die deutschen Herzöge gegen die französische Verwandtschaft Ludwigs und wählten einen der ihren zum König. Diese Zäsur des Jahres 918, nämlich die Abkehr vom unbedingten „Königsheil“ der Karolinger und Wahl eines Nicht-Karolingers für das deutschsprachige Ostfranken, wird im allgemeinen als Übergang von der fränkischen zur deutschen Geschichte betrachtet. Mit der Kur („Kürung“) Konrads I. begann die Tradition, daß das deutsche Königtum nicht mehr erblich war (wie bei den Franken), sondern Wahlkönigtum, indem der König durch die Kurfürsten des Reiches „erkoren“ wurde. Das Kurfürsten-Kollegium verfestigte sich seit dem 12. Jahrhundert und wurde 1356 in der „Goldenen Bulle“ kodifiziert.

Das ostfränkische, ab 919 „deutsche“ Reich (regnum teutonicorum) bildet seit 843 also einen der Nachfolgestaaten des fränkischen Großreichs Karls des Großen. Seit 951 ist das deutsche Königtum mit der Herrschaft über Italien, seit 962 durchgehend mit dem römischen Kaisertum, seit 1033 mit der Regentschaft Burgunds verbunden. Seit Ottos I. Kaiserkrönung 962 wird das deutsch-italienische Staatsgebiet „das Reich“ (imperium) genannt, ab dem 12. Jahrhundert kommt die Ergänzung „heilig“ (sacrum), seit dem 15. Jahrhundert „Deutscher Nation“ hinzu. Die Geschichte des „Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation“ – des ersten, rund 1000 Jahre währenden deutschen Reichsgebildes – endet 1806 mit der Niederlegung der Kaiserkrone durch Kaiser Franz II., der sich in der Folge „Franz I., Kaiser von Österreich“ nennt.

Von 1806 bis 1871 existiert kein eigentlicher deutscher Staatsverband, nur ein loser „Deutscher Bund“ (siehe unten). Das (zweite) deutsche Kaiserreich besteht – ohne Österreich – von 1871 bis 1918. Auf den Zusammenbruch der Monarchie folgt staatsgeschichtlich die „Weimarer Republik“ (1918 - 1933), zu der im Prinzip auch die Ära des Nationalsozialismus (1933 - 1945) gehört. Die Bezeichnung „III. Reich“ gründet sich auf Hitlers Anspruch, an den imperialen Charakter der vornapoleonischen Reichsgeschichte anzuknüpfen. Die staatliche Rechtsnachfolge wird 1949 von der Bundesrepublik Deutschland angetreten.

 
Hinweise:

Mit- und Gegenkönige, die faktisch nicht regiert haben, sind farblich abgesetzt, ungekrönte Regenten eingerückt. In der Klammer hinter dem Namen steht das Geburtsjahr, bezeichnet das Sterbejahr.

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KAROLINGISCHES FRANKENREICH (768 - 911)
 
Karl I. der Große
Statue in Graubünden, 9. Jh.
Ludwig der Fromme
Darstellung als Soldat Christi, zeitgenössischer Codex, um 831
Ludwig (I.) der Deutsche
Siegel
Ludwig (II.) der Jüngere
Zeichnung in einer Karolinger-Stammtafel aus dem 12. Jh.
Karl III. der Dicke
Siegel
Arnulf von Kärnten
Siegel
Ludwig (III.) das Kind
Kupferstich von 1751 nach ma. Reichsschwertscheide-Verzierung
 
Königsname (Geburtsjahr) Regierungszeit als dt. König / röm. Kaiser dynastische Verbindungen, Bemerkungen zur Zählung
 
Karolinger
Karl I. der Große (* 747) König 768, Kaiser 800, † 814 Namensgeber der Karolinger-Dynastie. Sohn des ersten karolingischen Frankenkönigs Pippins III., des Jüngeren. Erster „Römischer Kaiser“ seit Ende des weströmischen Reiches (476).
Ludwig der Fromme (* 778) König/Kaiser 814, † 840 Sohn Karls I. des Großen.
Ludwig (I.) der Deutsche (um 805) König 840, † 876 Sohn Ludwigs des Frommen. Zählung als Ludwig I. bezieht sich auf die Liste deutscher Könige, die mit der fränkischen Teilung von 840 einsetzt.
Ludwig (II.) der Jüngere
(um 830/35)
König (Ostfranken) 876, † 882 Sohn Ludwigs des Deutschen
Karlmann (vor 830) König (Bayern) 876, König (Italien) 877, † 880 Sohn Ludwigs des Deutschen
Karl III. der Dicke (839) König (Alemannien) 876, König (Italien) 879, Kaiser 881, Alleinherrscher in Ostfranken 882, Abdankung 887, † 888 Sohn Ludwigs des Deutschen. Karl der Kahle, der Onkel Karls III. des Dicken, wird in der Liste deutscher Könige als Karl Nr. 2 gezählt, obwohl er nicht den deutschen, sondern den französischen Teilreich der Franken regierte.
Arnulf von Kärnten (um 850) König 887, König (Italien) 894, Kaiser 896, † 899 Sohn Karlmanns
Ludwig (III.) das Kind (893) König 900, † 911 Sohn Arnulfs von Kärnten
 
 
HEILIGES RÖMISCHES REICH (DEUTSCHER NATION, 911 - 1806)
 
Konrad I.
Codex Eberhardi, Fulda, um 1150–1160
Heinrich I.
Siegel
Otto I. der Große
als „Goldener Reiter“ am Magdeburger Dom
Otto II.
Buchmalerei, um 983
Theophanu
Skulptur vor der Marktkirche in Eschwege
Adelheid von Burgund
Statue im Meißener Dom
Otto III.
Buchmalerei, Ende 10. Jh.
Heinrich II.
Büste im Bamberger Dom
 
„Konradiner“
Konrad I. (um 881) König 911, † 918 keine Verwandtschaft mit den Karolingern ➤ erster von den Fürsten des Reiches erwählter König
Sachsen (Ottonen)
Heinrich I. (um 875) König 919, † 936 Herzog von Sachsen
Otto I. der Große (912) König 936, König (Italien) 951, Kaiser 962, † 973 Sohn Heinrichs I.
Otto II. (955) König 973, † 983 Sohn Ottos I.
Theophanu (ca. 955/960) Regentin 983, † 991 Tochter von Johannes I., Kaiser von Konstantinopel, Gattin Ottos II., Vormund und Regentin für ihren minderjährigen Sohn Otto III.
Adelheid v. Burgund (um 931) Regentin 991 - 994, † 999 Gattin Ottos I., Mutter Ottos II., Regentin für ihren Enkel Otto III. nach dem Tod ihrer Schwiegertochter Theophanu
Otto III. (980) König 983, Kaiser 996, † 1002 Sohn Ottos II. und Theophanus
Heinrich II. (973) König 1002, Kaiser 1014, † 1024 Sproß der bayerischen Nebenlinie der sächsischen Ottonen, Urenkel König Heinrichs I.
 

 
Konrad II.
hs. Codex, um 1130
Heinrich III.
Miniatur, 11. Jh.
Heinrich IV.
hs. Codex, um 1112
Agnes von Poitou
Echternacher Buchmalerei, um 1045
Rudolf von Rheinfelden
Grabplatte im Merseburger Dom
Heinrich V.
Ekkehard von Aura, Weltchronik, um 1125
Lothar III. von Sachsen
Kopialbuch Kloster Vornbach, 12. Jh.
 
Salier
Konrad II. (um 990) König 1024, Kaiser 1027, König (Burgund) 1033, † 1039 Begründer des salisch-fränkischen Königshauses
Heinrich III. (1017) König 1039, Kaiser 1046, † 1056 Sohn Konrads II.
Heinrich IV. (1050) König 1056, Kaiser 1084, † 1106 Sohn Heinrichs III. und Agnes von Poitous
Agnes von Poitou (um 1026) Regentin 1056, † 1077 Gattin Heinrichs III., nach dessen Tod Vormund und Regentin für ihren minderjährigen Sohn Heinrich IV.
Rudolf von Rheinfelden
(um 1025)
Gegenkönig 1077, † 1080 Herzog von Schwaben, Schwager Heinrichs IV., wurden wegen Heinrichs IV. Investitutstreit mit Papst Gregor VII. zum Gegenkönig gewählt.
Hermann von Salm (um 1035) Gegenkönig 1081, † 1088 Graf von Luxemburg, als Nachfolger des gefallenen Rudolf von Rheinfelden zum Gegenkönig gewählt
Konrad (1074) Mitkönig 1087, Gegenkönig 1093, † 1101 Sohn Heinrichs IV., der sich ab 1093 als Gegenkönig zu seinem Vater in Italien krönen ließ
Heinrich V. (1086) König 1106, Kaiser 1111, † 1125 Sohn Heinrichs IV., der am Sturz des Vaters 1106 mitwirkte
Sachsen
Lothar III. von Supplinburg (um 1075) König 1125, Kaiser 1133, † 1137 sächsischer Graf, durch Heinrich V. zum Herzog von Sachsen erhoben; Lothar „III.“ in der Nachfolge der karolingischen Erben des Mittelreichs nach Ludwig dem Frommen, Lothar I. und Lothar II., d.h. das Frankenreich wurde in die deutsche Königs- und Reichsgeschichte einbezogen
Konrad III. (1093/94) Gegenkönig 1127 - 1130/35 Herzog von Franken, ließ sich 1127 zum Gegenkönig erheben, wurde 1138 erneut gewählt und diesmal anerkannt
 

 
Konrad III.
Kölner Königschronik, um 1240
Friedrich I.
Goldbüste, zeitgenössisch (ca. 1160)
Heinrich VI.
Codex Manesse, um 1300
Philipp von Schwaben
Miniatur, Chronik Stift Weißenau, um 1250
Otto IV.
Skulptur, Rathaus Braunschweig
Friedrich II.
Marmorbüste, Künstler unbekannt
Konrad IV.
Zeichnung, 15. Jh.
Heinrich Raspe von Thüringen
Siegel
 
Staufer
Konrad III. (1093/94) König 1138, † 1152 Herzog von Franken, Begründer des staufischen Königshauses
Heinrich (VI.) Berengar (1137) Mitkönig 1147, † 1150 Sohn Konrads III., der vor seinem Vater verstarb, deshalb Heinrich der „Klammersechste“
Friedrich I. Barbarossa (1122) König 1152, Kaiser 1155, † 1190 Herzog von Schwaben, Neffe Konrads III.
Heinrich VI. (1165) König 1190, Kaiser 1191, † 1197 Sohn Friedrichs I., verheiratet mit Konstanze, der Tochter des normannischen Königs Roger II. von Sizilien. Durch das Aussterben der männlichen normannischen Linie war Heinrich VI. seit 1194 auch König von Sizilien.
Philipp von Schwaben (1177) König 1198, † 1208 Sohn Friedrichs I.; Doppelwahl zugleich mit Otto von Braunschweig; erster deutscher König, der ermordet wurde
Welfen
Otto IV. (1176/1182) König 1198 bzw. 1208 (Neuwahl), Kaiser 1209, † 1218 Sohn Heinrichs des Löwen, des Herzogs von Sachsen. 1198 als Rivale gleichzeitig mit Philipp von Schwaben gewählt, nach dessen Tod allgemein anerkannt.
Staufer
Friedrich II. (1194) König 1212 bzw. 1215, Kaiser 1220, † 1250 Sohn Heinrichs VI.
Heinrich (VII.) (1211) Mitkönig 1222, Abdankung 1235, † 1242 Sohn Friedrichs II.
Konrad IV. (1228) Mitkönig 1237, König 1250, † 1254 Sohn Friedrichs II.
Heinrich Raspe von    Thüringen (um 1204) Gegenkönig 1246, † 1247 von der klerikalen Seite des Fürstenkollegiums unterstützter Gegenkönig zu Friedrich II. und Konrad IV.
 

 
Krise des Königtums: Gegenkönige, Interregnum, Kurfürsten-Kollegium
 

Seit der normannischen Heirat Heinrichs VI., des Sohnes von Friedrich I. Barbarossa, wurde Deutschland von staufischen Königen regiert, die versuchten, das Reich von ihrer sizilianischen Residenz aus zu beherrschen. Ihre faktische Abwesenheit führte zu einer Reihe von Doppelwahlen, Usurpationen, Erhebungen von Gegenkönigen durch den jeweils gegnerischen, antistaufischen Teil des Kurfürstenkollegiums. Jedoch konnten auch diese Gegenkönige, jeweils nur von einer Minderheit erkoren und mit zu schwacher Hausmacht ausgestattet, sich nicht durchsetzen, solange Friedrich II. und sein Sohn Konrad IV. noch lebten. Nach Konrads Tod wurde der bisherige Gegenkönig Wilhelm von Holland allseits anerkannt, starb jedoch zwei Jahre später. Das eigentliche „Interregnum“ beginnt also 1256. Da unter den Reichsfürsten niemand zur Kandidatur bereit war, fand die Wahl von 1257 fand zwischen zwei ausländischen Verwandten des Stauferhauses statt, Richard von Cornwall und Alfons X. von Kastilien. Sie ging unentschieden aus, das Wahlkollegium war gespalten, was bedeutete, daß Deutschland eine 17-jährige Zwischenzeit ganz ohne tatsächlichen König erlebte.

In den ersten 300 Jahren seit der Gründungswahl von 911 war nicht klar festgelegt, welche „Großen“ über den nächsten König jeweils mitzuentscheiden hatten. Im Prinzip kamen dafür alle Herzöge und Grafen in Frage, die gerade mächtig genug, reich genug oder charismatisch genug waren, um nicht nur mitzureden, sondern unter Umständen sogar selber als Kandidaten anzutreten oder die Kandidatur angetragen zu bekommen. Obwohl das deutsche Königtum, anders als das fränkische, also eindeutig ein Wahlamt war, bildete sich im Zuge der Machtkämpfe des 12. Jahrhunderts unter den Welfen und Staufern die Tendenz zu dynastischer Vererbung heraus. Indem der eigene Sohn noch zu Lebzeiten des Vaters, durch vorgriffige Wahl „auf Vorrat“ oder durch Krönung zum „römischen König“, designiert wurde, versuchte man, das Königsamt in der Familie zu halten. Auch wurde, nachdem gewählt worden war, das Prinzip „Mehrheit ist Mehrheit“ durchaus nicht immer anerkannt. Eine entscheidende Rolle spielten zudem mehrfach die Intrigen und Einmischungen der römischen Päpste. Sie hatten zwar nicht über den deutschen König mitzureden, konnten ihm aber die traditionelle Kaiserwürde versagen und seine Macht als König untergraben, indem sie ihn exkommunizierten und damit seine Rivalen ermutigten, selber nach der Macht zu greifen.

In den „Thronwirren“ Mitte des 13. Jahrhunderts schälte sich nun eine Zusammensetzung des Kurfürsten-Kollegiums heraus, wie sie 100 Jahre später unter Karl IV. in der „Goldenen Bulle“ (1356) quasi grundgesetzlich festgeschrieben werden sollte und bis zum Ende des Reiches 1806 gültig blieb: Wahlberechtigte Kurfürsten waren auf kirchlicher Seite die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln; als „weltliche“ Gebietsherren der rheinische Pfalzgraf, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg und der König von Böhmen. Auffällig an dieser Konstellation ist, welche deutschen Herrschaftsgebiete dabei waren und welche nicht. Einerseits spiegelt sich in der Überrepräsentanz des rheinischen, altfränkischen Kernlandes (Mainz, Köln, Trier, Pfalzgrafschaft bei Rhein) eine Anhänglichkeit an die Traditionen des karolingischen Frankenreichs wider, andererseits offenbaren sich die konkreten Machtverhältnisse des 13. Jahrhunderts. Der Stammesherzog von Sachsen hatte, auch nach der Zwangschristianisierung durch Karl den Großen im 8. Jahrhundert, als Repräsentant des niederdeutschen Nordens immer eine starke Stellung innegehabt. Vergleichsweise neu im Kreise der Mächtigen war der Markgraf von Brandenburg, der im eben erst freigekämpften Nordosten die Stellung gegen die Slawen hielt. Das Königreich Böhmen war eigentlich kein deutsches Land, gehörte aber seit Ludwig dem Deutschen zum fränkisch-römischen Reichsverband. Daß seine Beteiligung an der deutschen Königswahl unter Karl IV. (1346 - 78) festgeschrieben wurde, hatte auch damit zu tun, daß Karls eigene (deutsche) Familie, die Luxemburger, kürzlich (1310) die Herrschaft über Böhmen angetreten hatte.

Nicht unter den Kurfürstentümern: das seit der Niederlage Heinrichs des Löwen „entmachtete“ Bayern, außerdem Schwaben, das Stammland der Staufer, und alle anderen Reichsfürsten, die bis zum 12. Jahrhundert unregelmäßig an Königswahlen teilgenommen hatten. Österreich spielte im 13. Jahrhundert machtpolitisch noch keine große Rolle und war ebenfalls nicht bedacht, obwohl es von 1438 bis 1806 fast 400 Jahre lang beinahe durchgehend den deutschen König stellen sollte. Mit der Übernahme Böhmens durch die Habsburger (1526) fiel allerdings die böhmische Kurstimme de facto Österreich zu. 1623 wurde Bayern doch noch Kurfürstentum, und 1692 kam noch Hannover-Braunschweig hinzu. Das führte dazu, indem die Hannoveraner Herzöge 1714 als neue Monarchendynastie nach England expandierten, daß der König von England mit am Tisch des deutschen Königswahl-Kollegiums saß.

     

     
Wilhelm von Holland
Siegel
Richard von Cornwall
Buchmalerei, 13. Jh.
Alfons X. von Kastilien
Libro de los juegos, 1251–1282
Rudolf I. von Habsburg
Grabplatte im Speyerer Dom
Adolf von Nassau
historisierendes Gemälde, ca. 1662
Albrecht I.
Glasmalerei, ca.1380
Heinrich VII.
Zeichnung, ca. 15. Jh.
Ludwig IV. der Bayer
spätgot. Grabrelief, Frauenkirche München
 
verschiedene Häuser / Interregnum
Wilhelm von Holland (1227?) Gegenkönig 1248, anerkannt 1254, † 1256 Nachfolger Heinrich Raspes als Gegenkönig zu den beiden letzten Staufern, nach dem Tod Konrads IV., allgemein anerkannt
Richard von Cornwall (1209) König 1257, † 1272 (regierte faktisch nicht) Bruder des englischen Königs Heinrich (Henry) III., Sohn von König Johann „Ohneland“ (King John, Bruder von Richard Löwenherz) aus der normannischen Dynastie der Plantagenets; dank enormer Bestechungsgelder mit 3 von 7 Stimmen gewählt; war mehrfach in Deutschland, konnte sich aber nicht durchsetzen
Alfons (X.) von Kastilien (1221) König 1257, † 1284 (regierte faktisch nicht) König Alfons X. von Kastilien, von der gegnerischen Kurfürstenpartei ebenfalls mit 3 Stimmen gewählt, war nie in Deutschland, um seine „Herrschaft“ anzutreten
Habsburger
Rudolf I. von Habsburg (1218) König 1273, † 1291 Graf von Habsburg (heute Aargau, Schweiz), von 6 Kurfürsten gegen die Stimme Ottokars von Böhmen gewählt
Nassauer
Adolf von Nassau (um 1250/55) König 1292, Abdankung 1298 (abgesetzt), † 1298 Graf von Nassau, wurde gewählt, um Rudolfs I. Sohn Albrecht zu verhindern
Habsburger
Albrecht I. von Österreich (1255) König 1298, † 1308 Sohn Rufolfs I. von Habsburg
Luxemburger
Heinrich VII. von Luxemburg (um 1275/78) König 1308, Kaiser 1312, † 1313 Graf von Luxemburg, antihabsburgische Wahl gegen die Nachkommenschaft Albrechts I.
Wittelsbacher
Ludwig IV. der Bayer (um 1283) König 1314, Kaiser 1328, † 1347 Herzog von Bayern, gleichzeitig mit und gegen den Habsburger Friedrich den Schönen gewählt. Ludwig „IV.“ im Anschluß an den letzten Karolinger, Ludwig III. das Kind.
 

 
Friedrich (III.) der Schöne
historisierendes Gemälde, um 1580
Karl IV.
Zeichnung nach Büste am Prager Veitsdom
Günther von Schwarzburg
Zeichnung nach Grabmal im Frankfurter Dom
Wenzel der Faule
Stich, ca. 15. Jh.
Ruprecht von der Pfalz
Portrait nach Vorlage aus 15. Jh., um 1600
Jobst von Mähren
Codex Gelnhausen, 15. Jh.
Sigismund
böhmisches Gemälde, um 1436
 
Habsburger
Friedrich (III.) der Schöne (1289) König 1314, anerkannt als Mitkönig 1325, † 1330 Enkel Rudolfs I. von Habsburg, in der Doppelwahl von 1314 gegen Ludwig den Bayern gewählt
Luxemburger
Karl IV. (1316) König 1346, anerkannt 1347, Kaiser 1355, † 1378 König von Böhmen, 1346 als Gegenkönig zu Ludwig dem Bayern gewählt, nach dessen Tod 1347 allgemein anerkannt
Günther von Schwarzburg (1304) Gegenkönig 1349, Abdankung 1349, † 1349 Graf von Graf von Schwarzburg-Blankenburg
Wenzel der Faule von Luxemburg (1361) König 1378, Abdankung 1400 (abgesetzt), † 1419 ältester Sohn Karls IV.
Wittelsbacher
Ruprecht von der Pfalz (1352) König 1400, † 1410 Pfalzgraf bei Rhein (Heidelberg), sorgte für die Absetzung des Vorgängers Wenzel
Luxemburger
Jobst von Mähren (1354) König 1410, † 1411 Neffe Karls IV., Vetter Wenzels und Sigismunds
Sigismund (1368) König 1410, Kaiser 1433, † 1437 Sohn Karls IV., jüngerer Bruder Wenzels des Faulen
 

 
Albrecht II.
historisierendes Gemälde, um 1580
Friedrich III.
Gemälde von Hans Burgkmair, 1468
Maximilian I.
Gemälde von Bernhard Strigel, um 1500
Karl V.
Gemälde von Tizian, 1548
Ferdinand I.
Kupferstich, 2. Hälfte 16. Jh.
Maximilian II.
Gemälde von Nicolas Neufchâtel, ca. 1566
Rudolf II.
Kupferstich von Egidius Sadeler, 1609
 
Habsburger
Albrecht II. (1397) König 1438, † 1439 Sohn Herzog Albrechts IV. von Österreich; enger Mitstreiter, Schwiegersohn, Erbe und Nachfolger König Sigismunds
Friedrich III. (1415) König 1440, Kaiser 1452, † 1493 Herzog von Kärnten, Steiermark, Krain und Österreich aus einer anderen Habsburger-Linie als sein Vorgänger Albrecht II.
Maximilian I. (1459) König 1493, Kaiser (ohne Krönung!) 1508, † 1519 Sohn Friedrichs III., durch seine Gattin Maria von Burgund Erbe des burgundischen Herzogtums Karls des Kühnen
Karl V. (1500) König 1519, Kaiser 1530, Abdankung 1556, † 1558 Enkel Maximilians I., geboren in den spanischen Niederlanden (Gent) als Sohn von Maximilians Sohn Philipp von Habsburg und von Johanna der Wahnsinnigen, der Königin von Kastilien und Aragon, seit 1516 König von Spanien
Ferdinand I. (1503) Designation 1531, Kaiser 1556, † 1564 Bruder und Erbe Karls V. nach dessen Abdankung 1556
Maximilian II. (1527) Designation 1562, Kaiser 1564, † 1576 Sohn Ferdinands I.
Rudolf II. (1552) Designation 1575, Kaiser 1576, † 1612 Sohn Maximilians II.
 

 
Matthias
Gemälde von Lucas van Valckenborch, 1583
Ferdinand II.
Gemälde von G. Pachmann, ca. 1635
Ferdinand III.
Gemälde von Jan van den Hoecke, 1643
Ferdinand IV.
Kupferstich, um 1650
Leopold I.
Gemälde v. Benjamin von Block, 1672
Joseph I.
Kupferstich, um 1710
Karl VI.
Gemälde, um 1730
 
Matthias (1557) Kaiser 1612, † 1619 Sohn Maximilians II., Bruder Rudolfs II.
Ferdinand II. (1578) Kaiser 1619, † 1637 Enkel Ferdinands I., Neffe Maximilians II.
Ferdinand III. (1608) Designation 1636, Kaiser 1637, † 1657 Sohn Ferdinands II.
Ferdinand IV. (1633) Designation 1653, † 1654 Sohn Ferdinands III.
Leopold I. (1640) Kaiser 1658, † 1705 Sohn Ferdinands III., Bruder Ferdinands IV.
Joseph I. (1678) Designation 1690, Kaiser 1705, † 1711 Sohn Leopolds I.
Karl VI. (1685) Kaiser 1711, † 1740 Sohn Leopolds I., Bruder Josephs I.
 

 
Karl VII.
posth. Portrait v. G. Desmarées, um 1766
Franz I. Stephan
Gemälde v. M. van Meytens, ca. 1750/60
Maria Theresia mit 11
Gemälde v. A. Möller, um 1728
Maria Theresia mit 35
Gemälde, um 1752
Maria Theresia mit 45
Gemälde v. Jean-Étienne Liotard, 1762
Joseph II.
Gemälde, ca. 1770/80
Leopold II.
Gemälde, um 1780/90
Franz II.
Gemälde, um 1800
 
Wittelsbacher
Karl VII. (1697) Kaiser 1742, † 1745 Herzog von Bayern, erster nicht-habsburgischer König seit über 300 Jahren
Habsburg-Lothringer
Franz I. Stephan von Lothringen (1708) Kaiser 1745, † 1765 Herzog von Lothringen, durch die Heirat mit Maria Theresia, der einzigen Erbin Karls VI., Mitregent der Habsburger-Monarchie
Maria Theresia (1717) Regentin 1765, † 1780 Tochter Karls VI., Gattin Franz I. Stephans, nach dessen Tod Vormund und Regentin für ihren minderjährigen Sohn Joseph II.
Joseph II. (1741) Designation 1764, Kaiser 1765, Regentschaft 1780, † 1790 Sohn Franz I. Stephans von Lothringen und Maria Theresias
Leopold II. (1747) Kaiser 1790, † 1792 Bruder Josephs II., Sohn Franz I. Stephans von Lothringen und Maria Theresias
Franz II. (1768) Kaiser 1792, Abdankung 1806, † 1835 Sohn Leopolds II., Neffe Josephs II.
   
DEUTSCHER BUND / NORDDEUTSCHER BUND (1806 - 1871)
     
Das Ende des ersten deutschen Reichs
 

Niederlagen Österreichs und Preußens
Das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ versank ähnlich, wie das alte Römerreich vor 1330 Jahren versunken war: still und fast unbemerkt. Es erschien den Zeitgenossen nicht mehr wichtig, daß die „leere Hülle“ des Reichsverbands aufgelöst wurde. An die Stelle des König- und Kaisertums, das in Deutschland nie so mächtig gewesen war wie etwa die Zentralgewalt des Königs in Frankreich, trat seit dem Dreißigjährigen Krieg (1618 - 48) der Machtdualismus Preußens und Österreichs. Die Habsburger stellten weiterhin den König, aber das war nur mehr ein „Ehrenamt“. Tatsächlich wirkten sie nicht im Sinne des Reiches, sondern betrieben Hausmacht- und Familienpolitik, genau wie die Hohenzollern in Brandenburg-Preußen.



Kai­ser­krö­nung Na­po­le­ons und sei­ner Frau Jo­se­phi­ne (1804, Ge­mäl­de von J.-L. Da­vid)

Aus den blutigen Wirren der französischen Revolution stieg Napoleon Bonaparte als Diktator empor. Er nahm den Krieg gegen Österreich, den die eher gemäßigten revolutionären Kräfte schon 1792 erklärt hatten, ab 1799 wieder auf, indem er in die habsburgischen Niederlande (Belgien) und nach Elsaß-Lothringen einmarschierte. Kaiser Franz II. wehrte sich, wurde aber von den deutschen Mittelstaaten unterlaufen, die sich von der Kollaboration mit Napoleon Gebietsgewinne versprachen. 1805 war Wien von französischen Truppen eingenommen, das „Reich“ geschlagen. Napoleon „ordnete“ Deutschland neu, die verräterischen Fürsten von Baden, Württemberg, Bayern, Westphalen, Sachsen und viele kleinere Gebietsherren traten aus dem Heiligen Römischen Reich aus und bildeten mit Frankreich den „Rheinbund“ (1806). Zur Belohnung wurden Herzöge zu Königen, Grafen zu Herzögen erklärt. Viele österreichische Territorien und die Ländereien der Kirchenfürsten wurden unter den Kollaborateuren verteilt. Am meisten profitierte zunächst Preußen, das sich lange „neutral“ verhalten hatte. Der preußische König durfte zunächst, neben vielem anderen, das Kurfürstentum Hannover annektieren. 1806 sollte er es dann aber auf Geheiß Napoleons an den englischen König zurückgeben.

Landberaubt, gekränkt und gedemütigt, legte Franz II. die Kaiserkrone nieder, erklärte das Reich für aufgelöst und nannte sich Franz I., „Kaiser von Österreich“. Napoleon hatte sich selber schon zum „Kaiser der Fanzosen“ gekrönt – der Titel war zur Beliebigkeit vorkommen, zum Operettenprunk. Und der preußische König – nicht um Deutschland zu retten, nachdem sowieso alles zu spät war, sondern aus Empörung über Hannover – übernahm von Österreich den Stab und setzte den Kampf gegen die Franzosen fort. Aber auch dieses Aufbäumen blieb erfolglos, bis 1812 war ganz Europa in Napoleons Hand, mit Ausnahme nur Großbritanniens, Rußlands und der skandinavischen Länder. Preußen wurde aus Respekt vor dem Zaren nicht zerschlagen, Österreich blieb davon verschont, weil Kaiser Franz die eigene Tochter Marie-Louise dem Diktator zum Heiraten auslieferte.



Frei­heits­kampf in Spa­nien: Er­schie­ßung von Auf­stän­di­schen durch na­po­le­oni­sche Sol­da­ten (Ge­mäl­de von Goya, 1808)

Antinapoleonische Befreiungskriege
1812 beging Napoleon den entscheidenden Fehler. Unter dem Vorwand, der Zar habe sich nicht an die gegen England verhängte „Kontinentalsperre“ gehalten, griff er auch noch Rußland an. Obwohl er mit einer Armee von 700.000 Soldaten einmarschierte, ließen die Russen sich nicht besiegen. Das russische Heer zog sich zurück, die Bewohner räumten Moskau und ließen Napoleon in eine leere, an Lebensmitteln geplünderte und teilweise verbrannte Stadt einrücken. Der Winter kam, die Soldaten hungerten, und Napoleon mußte wieder abrücken. Während des Rückzugs fielen die russischen Truppen der „Grande armée“ immer wieder in den Rücken und rieben sie auf, fast bis zum sprichwörtlichen „letzten Mann“. 96% seiner Soldaten waren kampfunfähig oder tot, rund 670.000 Mann, darunter viele deutsche und internationale „Hilfstruppen“, zwangsrekrutierte Mittäter seines Rußland-Feldzuges. Napoleon aber teilte das Schicksal der Soldaten nicht, die er dem Tode geweiht hatte. Er machte sich aus dem Staub, kam im Dezember 1812 fast allein nach Paris zurück. Man muß den französischen Kaiser als Kriegs­verbrecher und Massenmörder betrachten.

Napoleon sammelte neue Truppen, doch inzwischen rächte sich ein anderer Fehler, den er schon früher begangen hatte: den preußischen Staat nicht zu zerschlagen. In Berlin hatte man die Zeit seit der Niederlage von 1806/07 genutzt und unterhalb des „Radars“ der französischen Besatzung Reformen durchgeführt. Die Bauern wurden befreit, die Juden zu Bürgern gemacht, dem Adel viele Privilegien genommen. Bestallt und befördert wurde, auch beim Militär, nicht mehr hauptsächlich nach edler Geburt, sondern nach Fähigkeit und Verdienst. Eine Universität wurde gegründet, eine Regierung mit ordentlichen Ressortzuständigkeiten gebildet, das mittelalterliche Zunftwesen abgeschafft, womit der Weg zu wirtschaftlichem Aufschwung und breiterer Volksbildung freigemacht war. Diese reformerischen Großtaten verbinden sich mit den Namen Wilhelm von Humboldt (Bildung), Gneisenau und Scharnhorst (Heerwesen), vor allem aber mit dem Freiherrn Karl vom Stein als leitendem Minister. Er bereitete Preußen für die Zeit nach der Befreiung vom französischen Joch vor. Napoleons Polizei bemerkte seine Aktivitäten, Briefe wurden abgefangen, und Stein mußte nach Rußland fliehen, wo er zum Berater Zar Alexanders I. wurde.



Karl vom Stein (1757 - 1831)

Dies war die entscheidende Auswirkung von Napoleons Fehler mit Preußen: Stein überzeugte den preußischen General Yorck von Wartenburg, nicht mehr mit Napoleon, sondern gegen ihn mit den Russen zu marschieren. Und den Zaren brachte er dazu, nicht an der russischen Grenze haltzumachen, sondern mitzuhelfen, ganz Europa zu befreien. Der Startschuß für die Befreiungskriege war gegeben. Der König von Preußen folgte seinem General, mobilisierte das Volk, Bayern und Sachsen fielen vom Rheinbund ab, drehten ebenfalls ihre Waffen um. Auch Österreich erhob sich wieder, der Rheinbund zerfiel. Alles – Russen, Sachsen, Preußen, Österreicher, Schweden – vereinigte sich in der Völkerschlacht bei Leipzig (Herbst 1813). Napoleon wurde besiegt, floh nach Frankreich und wurde von den allierten Befreiern bis nach Paris verfolgt.

Kein Neuanfang: Wiener Kongreß und Restauration
Es wäre übertrieben, die Völkerschlacht und den Marsch auf Paris einen „Volkskrieg“ zu nennen, doch war der Erfolg jedenfalls nicht den Fürsten zu verdanken. Die hatten das Volk und das Land erst verraten und es sich dann in ihren Palästen als wohlbestallte Knechte Napoleons bequem gemacht. Daß die Befreiung trotzdem geschah, ermöglichten Adelige aus der zweiten Reihe, wie Stein und Wartenburg, erkämpften volkstümliche Haudegen wie Feldmarschall Blücher und Admiral Nelson, die ebenfalls Aristokraten waren. Angestoßen wurde sie jedoch von bürgerlichen Dichtern und Philosophen, die durchaus von den Ideen und Zielen der französischen Revolution beseelt gewesen waren, dann aber miterleben mußten, wie ein korrupter, skrupelloser Diktator sie pervertierte, sie mißbrauchte, um Europa mit roher Gewalt seinem Familienunternehmen zu unterwerfen. Die wahren Helden von 1812-14 hinter dem Freiherrn vom Stein sind Ernst Moritz Arndt, Friedrich Ludwig Jahn, Johann Gottlieb Fichte, Theodor Körner und andere. Sie sprachen zur Nation, erweckten sie, rüttelten sogar Teile des degenerierten, selbstsüchtigen Adels auf. 1814 stand das Volk seinen scheinbar geläuterten Herren so nahe wie nie zuvor in der deutschen Geschichte. Das war jedenfalls die bange Hoffnung von E.M. Arndt.

Auf dem Wiener Kongreß (1814/15), in dessen Verlauf Napoleon noch einmal aus der Verbannung zurückkehrte und ein zweites Mal geschlagen werden mußte, wurde der Sieg über Frankreich wieder verspielt. In mehrfacher Hinsicht: Deutschland wurde nicht wiederhergestellt, das verblichene Reich blieb tot, im „Deutschen Bund“ weiter zwischen Preußen und Österreich zerrissen. Frankreich wurde nicht zerstückelt, nicht einmal die von Napoleon zusammengeraubten Kulturschätze und Ländereien wurden ihm wieder entrissen. Selbst das Elsaß und Lothringen, wo seit 1000 Jahren, an den Orts- und Familiennamen noch heute erkennbar, Deutschland war, durfte es behalten. Dieses schwere Versäumnis sollte drei weitere Kriege mit befeuern, 1870, 1914 und 1939. Beim Kongreß waren Fürsten und Adel unter sich, und es ging wie früher um dynastisches Geschacher. Das Volk spielte wieder keine Rolle mehr, es war gar nicht vertreten und wurde um seinen Anteil am Sieg betrogen. Für eine echte Republik war die Zeit wohl ohnehin noch nicht reif, aber statt daß die preußischen Reformen fortgesetzt und über ganz Deutschland verbreitet worden wären, wurde das Rad vielerorts zurückgedreht. Überall, Frankreich eingeschlossen, wurde die Macht der alten Dynastien restauriert. Es wurden sogar ganz neue Repressionen geschaffen, Geheimpolizeien, Berufsverbote und Pressezensur, um die konstitutionellen Hoffnungen der Befreiungszeit wieder einzufangen und zu ersticken.

Abseits der Systemfrage, die sich für die Fürsten gar nicht mehr stellte, seitdem sie vom französischen Dämon befreit waren, seit sie wieder fest im Sattel saßen, reichte es für keine Form eines deutschen Nationalstaats. Stattdessen wurde in Wien eine „heilige Allianz“ sämtlicher europäischer Monarchien außer England beschlossen, die sich verschwor, alle nationalen Freiheitsbewegungen niederzuschlagen. Eine Art von Reichsgefühl, von deutscher Zusammengehörigkeit muß dennoch verspürt worden sein. Immerhin arbeiteten Österreich und Preußen innerdeutsch wie selbstverständlich zusammen, leider hauptsächlich dann, wenn es die negativen Anliegen der Allianz durchzusetzen galt: Die Verfolgung und Auslieferung von Freidenkern, Professoren, „Demagogen“ funktionierte, auch die Sabotage der Revolution war ein gemeinsamer Erfolg. Das Frankfurter Parlament, das mit anfänglicher Zustimmung Friedrich Wilhelms IV. von Preußen 1848 zusammentrat und dem einige Freiheitshelden von 1813 angehörten, entwickelte binnen eines Jahres eine liberale, am amerikanischen Vorbild orientierte Verfassung für ein neu zu gründendes deutsches Reich. Arbeitsteilig ließen Österrreich und Preußen sie scheitern: Österreich stellte sich quer, indem es darauf bestand, seine riesigen außerdeutschen Gebiete bis hin zur Ukraine miteinzubringen, was ihm ein inakzeptables Übergewicht im Reichsverband verschafft hätte. Anschließend lehnte Peußen es ab, in die „kleindeutsche“ Lösung einzuwilligen, indem der König sich weigerte, die Kaiserkrone „aus der Hand des Volkes“, von Revolutionären anzunehmen.



Clemens von Metternich (1773 - 1859)

Der „Deutsche Bund“ und die Befreiung Schleswig-Holsteins
So gab es weiter nur den 1815 in Wien geschlossenen „Deutschen Bund“. Das war ein loser Verband von 35 deutschen Fürstentümern, 4 freien Städten und mehreren ausländischen Monarchien. England, Dänemark und Holland saßen mit im Frankfurter „Bundestag“, weil die Könige dieser drei Länder Besitzungen in Deutschland hatten*. Den Vorsitz führte Österreich, was bedeutete, daß das wenige, was an gemeinsamer Politik unternommen wurde, in der Hand des reaktionären Staatskanzlers Metternich lag, dem es in allererster Linie darum ging, jegliche freiheitliche, nationale, gar demokratische Bewegung schärfstens zu unterdrücken. Metternich mußte 1848 zurücktreten und hatte keinen ähnlich einflußreichen Nachfolger. An seiner Stelle trat der preußische Bundestagsgesandte, seit Anfang der 60er-Jahre preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck bundespolitisch in den Vordergrund.



Otto von Bismarck (1815 - 1898)

Bismarck war nach der 1848er-Revolution in die Politik eingetreten, um zu verhindern, daß wieder die Gefahr einer drohenden „Volksregierung“ aufziehen würde. In diesem Punkt derselben Meinung wie Metternich, ging es ihm aber darum, die Vormachtstellung Österreichs im Deutschen Bund zu brechen und die deutschen Länder zu einer preußisch dominierten nationalen Einheit zu führen. Er erreichte sein Ziel durch drei sogenannte „Einigungskriege“. Während 1849 in Frankfurt noch die Verfassungsversammlung tagte, hatte der dänische König, der auch Herzog von Holstein war, widerrechtlich das Herzogtum Schleswig annektiert, um Dänemark zu „arrondieren“. Bismarck sorgte dafür, daß der Bundestag Preußen und Österreich gemeinsam beauftragte, die Ordnung wiederherzustellen und Dänemark nicht nur das entwendete Schleswig, sondern Holstein gleich mit zu entreißen (1864). Zwei Jahre lang versuchten die Sieger, Schleswig-Holstein gemeinsam zu verwalten, dann gab es doch Streit um die Beute. Österreich zog das Heer des deutschen Bundes und den französischen „Kaiser“ mit hinein, sodaß Preußen in die Lage geriet, Krieg gegen den Bund führen zu müssen. Es gewann diesen kurzen Krieg (1866), und Bismarck erklärte den Deutschen Bund für aufgelöst, an seiner Stelle gründete er den „Norddeutschen Bund“. Hannover, Kurhessen und andere wurden bestraft dafür, daß sie Österreich unterstützt hatten, sie wurden von Preußen kurzerhand annektiert. Österreich verlor Venetien, das dem neuen Königreich Italien angeschlossen wurde, und verzichtete auf weitere Mitwirkung an der Neuordnung Deutschlands.



Kaiser Napoleon III. (1808 - 1873)

Darüber war Napoleon III. von Frankreich sehr enttäuscht, denn der preußisch-österreichische Krieg von 1866 war so schnell vorbei und bereinigt, daß es keiner militärischen Hilfe und auch keiner Vermittlung Frankreichs bedurfte. Österreich hatte Napoleon vor dem Krieg heimlich versprochen, ihm für die voraussichtlich nötige Hilfe gegen Preußen deutsche Gebiete abzutreten. Die Franzosen sannen auf Rache an Preußen für den entgangenen Gewinn, damit war die Saat für den nächsten Krieg ausgebracht. Bismarcks Norddeutscher Bund reichte nur bis zur Mainlinie, weil Frankreich sich dagegen stemmte, daß die weiter südlich gelegenen Länder sich anschlossen. Man fragt sich heute mit einigem Stirnrunzeln, wieso der französische Kaiser in innerdeutschen Angelegenheiten überhaupt mitzureden hatte. Daß ihm solche dreisten Einmischungen möglich waren, zeigt erneut, daß Frankreich nach der Schändung fast ganz Europas 1815 nicht genügend zurückgestutzt worden war.

Deutsch-französischer Krieg und Gründung des zweiten Deutschen Kaiserreichs
Der Norddeutsche Bund hatte einen erblichen Dauerpräsidenten, den preußischen König, aber auch einen „Reichstag“. Darin dominierten unter den sich formierenden Parteien die liberalen, die den ultrarechten Monarchisten Bismarck zunächst ablehnten, ihn aber wegen seiner erfolgreichen Einigungspolitik mehr und mehr unterstützten. Auch für die Südländer Baden, Württemberg und Bayern wäre der Beitritt, den Frankreich verhinderte, attraktiv gewesen, um vor französischen Gebietsansprüchen geschützt zu sein. Da dies offiziell nicht möglich war, schlossen sie mit Bismarck heimlich ein „Schutz- und Trutzbündnis“ ab, so daß auch sie dabei waren, als der wichtigste Einigungskrieg, der deutsch-französische von 1870/71, eröffnet wurde. Er begann im Juli 1870, weil die französische Regierung sich in einem Streit um die spanische Thronfolge, der hier nicht weiter wichtig ist, von Bismarck beleidigt fühlte. Bismarck veröffentliche die „Emser Depesche“ des französischen Botschafters und legte damit die Unverschämtheit und den Größenwahn des Regimes von Napoleon III. bloß. Da die Kriegserklärung von Frankreich kam, standen auch die Süddeutschen, gemäß dem Trutzbündnis, Gewehr bei Fuß. So war das kein preußischer, sondern bereits ein gesamtdeutscher Krieg gegen Frankreich.

Der Krieg dauerte wenig mehr als ein halbes Jahr, dann war der Kaiser gefangen, Frankreich geschlagen, Paris besetzt. Dieses eine Mal war der ewige Landräuber, der seit Jahrhunderten deutschsprachige Gebiete einzusammeln trachtete, nicht zum Zuge gekommen, sondern mußte Kriegsentschädigung zahlen, da er den Krieg begonnen hatte, und das in den 1790er Jahren gestohlene Elsaß-Lothringen wieder abgeben. Schon während der Krieg noch andauerte, verhandelte Bismarck mit den süddeutschen Fürsten und überzeugte sie, dem „Norddeutschen Bund“ beizutreten. Mit gewissen Autonomiezusagen „eingekauft“, ließ sich der bayerische König dazu bewegen, dem preußischen König im Namen aller deutschen Fürsten die Kaiserkrone des künftigen Deutschen Reichs anzutragen.

Den Kaisertitel wiederzubeleben, war ein Zugeständnis Bismarcks an den nationalen Geist, der 1848/49 in der Frankfurter Nationalversammlung entstanden war. Wilhelm I. von Preußen war mit dem Titel „Deutscher Kaiser“ nicht recht einverstanden, hätte lieber als preußischer König weiterregiert, doch auch er fügte sich. Bismarck selber war jetzt Außenminister und Reichskanzler, außerdem weiter preußischer Ministerpräsident. Mit der Kaiserkrönung im französischen Versailles, noch bevor Frankreich vollständig besiegt war, wurde die Reichsgründung vollzogen. Die Verfassung wurde weitgehend vom Norddeutschen Bund übernommen. Neben den frei gewählten Reichstag trat als zweite Kammer der Bundesrat, eine Vertretung der Fürsten, der beteiligten Länder und freien Städte. Vieles davon ist heute noch im Aufbau der Bundesrepublik Deutschland wiederzufinden.

* Die englische Königin Victoria war gleichzeitig Königin von Hannover. Der König von Dänemark war auch Herzog von Holstein, der König der Niederlande Großherzog von Luxemburg.

     
   
ZWEITES KAISERREICH (1871 - 1918)
 
Wilhelm I.
Photographie, nach 1871
Augusta (1811 - 1890)
Gemahlin Wilhelms I.
Gemälde von F.X. Winterhalter, 1853
Friedrich III.
Photographie, um 1880
Victoria (1840 - 1901)
„Vicky“, Gemahlin Friedrichs III.
Portrait von F.X. Winterhalter, 1867
Wilhelm II.
Photographie, vor 1888
Auguste Viktoria
(1858 - 1921), Gemahlin Wilhelms II. (Gemälde von Heinrich Angeli, 1880)
Kaiserpaar um 1910
Photographie
 
Hohenzollern
Wilhelm I. (1797) Kaiser 18. Jan. 1871, † 9. März 1888 Sohn König Friedrich Wilhelms III. von Preußen
Friedrich III. (1831) Kaiser 9. März 1888, † 15. Juni 1888 Sohn Wilhelm I.; Zählung Friedrichs als „III.“ setzt die Linie der preußischen Könige fort, nicht die der römisch-deutschen Kaiser
Wilhelm II. (1859) Kaiser 15. Juni 1888, Abdankung 9. Nov. 1918, † 4. Juni 1941 Sohn Friedrichs III.
   
WEIMARER REPUBLIK UND „DRITTES REICH“ (1918 - 1945)
 
Friedrich Ebert Paul von Hindenburg Adolf Hitler Karl Dönitz
 
Reichspräsidenten:
Friedrich Ebert (1871-1925) Reichspräsident 11. Febr. 1919 - 28. Febr. 1925 [SPD]
Paul von Hindenburg (1847 - 1934) Reichspräsident 12. Mai 1925 - 2. Aug. 1934 [parteilos]
Adolf Hitler (1889 - 1945) Reichspräsident 2. Aug. 1934 - 30. April 1945 [NSDAP]
Karl Dönitz (1891 - 1980) Reichspräsident 2. Mai 1945 - 23. Mai 1945 [parteilos]
 

 
Philipp Scheidemann Gustav Adolf Bauer Hermann Müller Konstantin Fehrenbach Joseph Wirth Wilhelm Cuno Gustav Stresemann Wilhelm Marx
 
Reichskanzler:
Philipp Scheidemann (1865 - 1939) Reichskanzler 13. Febr. 1919 - 20. Juni 1919 [SPD]
Gustav Adolf Bauer (1870 - 1944) Reichskanzler 21. Juni 1919 - 26. März 1920 [SPD]
Hermann Müller (1876 - 1931) Reichskanzler 27. März 1920 - 8. Juni 1920 [SPD]
Konstantin Fehrenbach (1852-1926) Reichskanzler 25. Juni 1920 - 4. Mai 1921 [Zentrum]
Joseph Wirth (1879 - 1956) Reichskanzler 10. Mai 1921 - 14. Nov. 1922 [Zentrum]
Wilhelm Cuno (1876 - 1933) Reichskanzler 22. Nov. 1922 - 12. Aug. 1923 [parteilos]
Gustav Stresemann (1878 - 1929) Reichskanzler 13. Aug. 1923 - 23. Nov. 1923 [DVP]
Wilhelm Marx (1863 - 1946) Reichskanzler 30. Nov. 1923 - 15. Dez. 1924 [Zentrum]
 

 
Hans Luther Wilhelm Marx Hermann Müller Heinrich Brüning Franz von Papen Kurt von Schleicher Adolf Hitler Johann Ludwig von Krosigk
 
Reichskanzler:
Hans Luther (1879 - 1962) Reichskanzler 15. Jan. 1925 - 12. Mai 1926 [parteilos]
Wilhelm Marx (2. Mal) Reichskanzler 16. Mai 1926-12. Juni 1928 [Zentrum]
Hermann Müller (2. Mal) Reichskanzler 29. Juni 1928 - 27. März 1930 [SPD]
Heinrich Brüning (1885 - 1970) Reichskanzler 30. März 1930 -30. Mai 1932 [Zentrum]
Franz von Papen (1879 - 1969) Reichskanzler 1. Juni 1932 - 17. Nov. 1932 [DNVP-nah]
Kurt von Schleicher (1882 - 1934) Reichskanzler 3. Dez. 1932 - 28. Jan. 1933 [parteilos]
Adolf Hitler (1889 - 1945) Reichskanzler, seit 1934 „Führer“ *, 30. Jan. 1933 - 30. April 1945 [NSDAP]
Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk
(1887 - 1977)
„Leitender Minister“ 3. Mai 1945 - 23. Mai 1945 [parteilos, seit 1937 NSDAP]
 
* Die Bezeichnung „Führer“ ist Ausdruck dessen, daß Hitler nach dem Tode des Reichspräsidenten Hindenburg 1934 dessen Amt mitübernahm und seither – in Personalunion – Reichskanzler und Reichspräsident gleichzeitig war.
   
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND (1949 - 2022)
   
Bundespräsidenten:
Theodor Heuss (1884 - 1963) Bundespräsident 12. Sept. 1949 - 12. Sept. 1959 [FDP]
Heinrich Lübke (1894 - 1972) Bundespräsident 13. Sept. 1959 - 30. Juni 1969 [CDU]
Gustav Heinemann (1899 - 1976) Bundespräsident 1. Juli 1969 - 30. Juni 1974 [SPD]
Walter Scheel (1919 - 2016) Bundespräsident 1. Juli 1974 - 30. Juni 1979 [FDP]
Karl Carstens (1914 - 1992) Bundespräsident 1. Juli 1979 - 30. Juni 1984 [CDU]
Richard von Weizsäcker (1920 - 2015) Bundespräsident 1. Juli 1984 - 30. Juni 1994 [CDU]
Roman Herzog (1934 - 2017) Bundespräsident 1. Juli 1994 - 30. Juni 1999 [CDU]
Johannes Rau (1931 - 2006) Bundespräsident 1. Juli 1999 - 30. Juni 2004 [SPD]
Horst Köhler (1943) Bundespräsident 1. Juli 2004 - 31. Mai 2010 [CDU] (vorzeitiger Rücktritt)
Christian Wulff (1959) Bundespräsident 30. Juni 2010 - 17. Februar 2012 [CDU] (vorzeitiger Rücktritt)
Joachim Gauck (1940) Bundespräsident 23. März 2012 - 18. März 2017 [parteilos]
Frank-Walter Steinmeier (1956) Bundespräsident seit 19. März 2017 [SPD]
   
   
Bundeskanzler:
Konrad Adenauer (1876 - 1967) Bundeskanzler 15. Sept. 1949 - 15. Okt. 1963 [CDU]
Ludwig Erhard (1897 - 1977) Bundeskanzler 16. Okt. 1963 - 30. Nov. 1966 [CDU]
Kurt Georg Kiesinger (1904 - 1988) Bundeskanzler 1. Dez. 1966 - 20. Okt. 1969 [CDU]
Willy Brandt (1913 - 1992) Bundeskanzler 21. Okt. 1969 - 7. Mai 1974 [SPD]
Helmut Schmidt (1918 - 2015) Bundeskanzler 16. Mai 1974 - 1. Okt. 1982 [SPD]
Helmut Kohl (1930 - 2017) Bundeskanzler 1. Okt. 1982 - 27. Oktober 1998 [CDU]
Gerhard Schröder (1944) Bundeskanzler 27. Oktober 1998 - 22. November 2005 [SPD]
Angela Merkel (1954) Bundeskanzlerin 22. November 2005 - 8. Dezember 2021 [CDU]
Olaf Scholz (1958) Bundeskanzler seit 8. Dezember 2021 [SPD]
 

 
B.G. Niebuhr

 


Datum: 04.2022