Geschichte-Archiv
Wie Karl der Große mit dem „Heiligen Römischen Reich“ das finstere Mittelalter begründete
Sprachgeschichte: Vom Indogermanischen zum Deutschen
Ernst Moritz Arndt: Aufrufe zum Kampf gegen die Tyrannei
Der Dreißigjährige Krieg – Katastrophe der deutschen Geschichte
Leben im 12. Jahrhundert – Das Zeitalters von Friedrich I. Barbarossa
Freiherr vom Stein und die Deutsche Erhebung von 1812/14
Oswald von Wolkenstein und die Politik
Kaiser Maximilians I. Ritterroman „Teuerdank“
Ernst Moritz Arndts und die Deutsche Revolution von 1848
Venedig unter habsburgischer Herrschaft (1798 – 1866)
Das Westgotenreich unter König Leowigild (568 - 586 n.Chr.)
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Startseite deutsche Geschichte   heute: Mittwoch, 21.02.2024

Geschichte
Frühmittelalter:  Vom Beginn einer unheiligen Allianz

Wie Karl der Große mit dem „Heiligen Römischen Reich“ das finstere Mittelalter begründete


Wenn es tatsächlich das Grab Karls des Großen war, in dem man das Skelett eines Hünen von knapp zwei Metern fand, dann wäre sein Beiname immerhin in einer Hinsicht berechtigt.
Der „Große“ wurde er aber wohl eher genannt, weil er ein brachialer Machtpoltiker war, der sein ererbtes Imperium nochmals ordentlich vergrößerte. Kriegsfürsten wie der Makedone Alexander, der Preuße Friedrich II. oder der römische Kaiser Konstantin werden gerne mal als „Große“ betitelt. „Charlemagne“ wird Karl ganz selbstverständlich auch in Frankreich genannt, gleichzeitig als König von Frankreich in Anspruch genommen, obwohl er dort eindeutig ein germanischer Fremdherrscher war. Nicht nur über Frankreich und Deutschland, sondern über mindestens fünf weitere Länder der heutigen Europäischen Union erstreckte sich seine Herrschaft, deshalb gilt er manchen als „Vater Europas“. Tatsächlich war er der erste christliche König, der nach dem Ende des Römerreichs weite Teile der römischen Erbmasse vereinigte. Daß es sich um eine gewaltsame Zwangsvereinigung handelte, müssen die Stifter des „Karlspreises“ übersehen haben. .
Das al­te Rö­mi­sche Reich war im Jah­re 476 n.Chr. sang- und klang­los un­terge­gan­gen. Wir ken­nen die im­mer wie­der an­ge­führ­ten, fast schon ri­tuell her­un­ter­ge­be­te­ten Grün­de: geo­gra­phi­sche Über­deh­nung, in­ne­re De­ka­denz, kul­tu­rel­ler Ver­fall, Über­fäl­le der Ger­ma­nen, die recht­zei­tig zu be­sie­gen man ver­säumt hat­te. Und At­ti­la, der Hun­nen­kö­nig, na­tür­lich. Al­les rich­tig, und al­les hängt auch mit­ein­an­der zu­sam­men. Der wich­tig­ste Grund, der ent­schei­den­de Fak­tor in­ne­rer Schwä­chung wird al­ler­dings eher sel­ten ge­nannt: die de­struk­ti­ve Macht der Re­li­gi­on (Nä­he­res hier­zu: Rolf Berg­meier, „Schat­ten über Eu­ro­pa – Der Un­ter­gang der an­tik­en Kul­tur“, 2012/17). Die Chri­stia­ni­sie­rung der Rö­mer war be­reits in vol­lem Gan­ge, an der Spit­ze (Kai­ser Kon­stan­tin der Gro­ße und fol­gen­de) be­reits durch­ge­setzt, als die Ger­ma­nen, an­ge­zo­gen von der rö­mi­schen Kul­tur und be­drängt von den Hun­nen, be­droh­lich im Rö­mi­schen Reich auf­tauch­ten. Die wan­dern­den Völ­ker der Go­ten, Bur­gun­der, Wan­da­len, Sue­ven, spä­ter noch die Lan­go­bar­den, er­kann­ten die Über­le­gen­heit rö­mi­scher Bil­dung und Le­bens­art durch­aus an. Sie wa­ren be­gie­rig, zu ler­nen und Ver­bün­de­te der Rö­mer zu wer­den. Ih­re „In­te­gra­tionsfä­hig­keit“, um ei­nen mo­der­nen Aus­druck zu ge­brau­chen, zeigt sich vor al­lem da­rin, wie sie qua­si als Nach­laß­ver­wal­ter in den zu­sam­men­ge­bro­che­nen rö­mi­schen Pro­vin­zen ih­re spät­an­ti­ken Rei­che auf­bau­ten und da­bei die rö­mi­sche Ver­wal­tung fort­führ­ten: Die West­go­ten zu­erst in Frank­reich, dann in Spa­nien, die Wan­da­len in Nord­af­ri­ka, die Sue­ven in Por­tu­gal, die Ost­go­ten und Lan­go­bar­den in Ita­lien.
Geschichte
Sprachgeschichte: Die Abstammung des Deutschen

Vom Indogermanischen zum Deutschen


Englisch und Niederländisch sind unmittelbare Geschwistersprachen des Deutschen, die vier skandinavischen Sprachen „Cousins“, um im Familienbild zu bleiben. Aber auch fast alle anderen europäischen Sprachen gehören zur Verwandtschaft.
Ein Teil der Ähnlichkeiten rührt natürlich daher, daß von den Nachbarn abgeschaut, daß immer wieder Wörter aus anderen Sprachen übernommen wurden. Die Entlehnung von Fremdwörtern kann aber nicht erklären, wie sehr sich auch die Strukturen, die Grammatiksysteme der europäischen Sprachen ähneln. Es ist tatsächlich so, auch wenn man das „biologistisch“ nennen mag, daß die Übereinstimmungen größtenteils auf eine gemeinsame Wurzel zurückzuführen sind. Die „Abstammungslehre“ der Sprachen läßt sich als ein Baum mit mehreren dicken Ästen und vielen kleinen Zweigen darstellen. .
Alle heute noch lebenden europäischen Sprachen sind - mit Ausnahme des Finnischen, des Ungarischen und des Baskischen - indogermanischen Ursprungs. Das heißt: Englisch, Italienisch, Griechisch, Deutsch und Russisch (um nur einige der größten zu nennen), gehen alle auf dieselben sprachlichen Wurzeln zurück. Außerhalb Europas gehören noch die Hauptsprachen des indischen Subkontinents (Hindi bzw. Urdu), das Armenische und das Persische der indogermanischen Sprachenfamilie an. Entdeckt wurde die Verwandtschaft um 1820 von dem Berliner Professor Franz Bopp. Um die ganze geographische Spannweite der Völker gleicher sprachlicher Abstammung in einen Begriff zu fassen, nannten deutsche Sprachwissenschaftler die vorausgesetzte Grundsprache "Indogermanisch" - nach den äußersten Grenzvölkern der Sprachgemeinschaft, den Indern im Osten und den Germanen, die schon am Beginn des Mittelalters westwärts bis nach Island vorgedrungen waren. Außerhalb Deutschlands hat sich in der Forschung der Ausdruck "Indoeuropäisch" durchgesetzt.
Geschichte
Ernst Moritz Arndt: Zwei Aufrufe zum Befreiungskampf gegen Napoleon (1812)

Vaterlandslied und Soldatenkatechismus


Aus dem "Kurzen Katechismus für deutsche Soldaten", 1812
Es waren in der alten Zeit giftige Tyrannen und Despoten, welche die Freiheit und Herrlichkeit großer Städte und Länder unterdrückt und geschändet hatten. Diese glaubten sich vor ihren eigenen Landsleuten nicht sicher und machten sich ein Heer und eine Leibwache und bezahlten sie mit den Gütern, die sie von ihrem Volke raubten. Und auch Bonaparte macht es so, weil er ein Tyrann ist. [....] Könige und Fürsten hat Gott gesetzt und ihnen das Schwert und Zepter in die Hand gegeben, daß sie die Gerechtigkeit verwalten, ihr Volk beschirmen und schützen, fremde Feinde von ihm abtreiben und für ihr Vaterland bis in den Tod stehen und streiten sollen. Herren, welche so regieren, sollen heilig und unverletzlich gehalten werden. Wenn aber ein Fürst anders tut, als wofür Gott ihn eingesetzt hat, so muß der Soldat und Christ Gott mehr gehorchen als den Menschen. Denn wenn ein Fürst seinen Soldaten beföhle, Gewalt zu üben gegen die Unschuld und das Recht; wenn er sie gebrauchte, das Glück und die Freiheit ihrer Mitbürger zu zerstören; wenn er sie den Feinden des Vaterlandes gegen das Vaterland zu Hilfe schickte; wenn er durch sie seine eigenen Landsleute plündern, verheeren, bekämpfen ließe, müßten sie nimmer gehorchen. Denn auch ein König und Fürst, darf nimmer tun noch befehlen, was in aller Ewigkeit Unrecht bleibt.
Geschichte
Frühe Neuzeit:  Die deutsche Ur-Katastrophe

Der Dreißigjährige Krieg


Aus deut­scher Sicht und nach nüch­ter­nen Zah­len be­ur­teilt, war nicht der Zwei­te Welt­krieg die größ­te Ka­ta­stro­phe der deut­schen Ge­schich­te, son­dern der 30-jäh­rige Krieg.
In bei­den Ge­met­zeln wur­den je­weils na­he­zu 8 Mil­lio­nen Deut­sche getö­tet. 1945 wa­ren et­wa 13% der Deut­schen tot, 1648 aber wa­ren es rund 40 Prozent. Land­schaften wa­ren ent­völ­kert, die mei­sten Op­fer mas­sak­rier­te oder ver­hun­ger­te Zi­vi­li­sten. Ein wei­te­rer, ent­schei­den­der Un­ter­schied: Der 30-jäh­rige Krieg liegt bald 400 Jahre zurück. Er ist „hi­sto­ri­siert“, darf nüch­tern be­trach­tet wer­den. Die NS-Zeit da­ge­gen ist höchst­gra­dig ta­bui­siert und in­stru­men­ta­li­siert. Sie läßt uns des­halb bis heu­te nicht wie­der auf­ste­hen. Kein Ver­gleich, son­dern ein Rück­blick auf die schlimm­sten 30 Jah­re deut­scher Ge­schich­te..
Unter Friedrich III. (1440 – 1493), dem zweiten der langen Reihe von habsburgischen Königen, die Deutschland vom Spätmittelalter bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches regieren sollten (1), war das Kaisertum auf einem historischen Tiefpunkt seiner Bedeutung und seines Ansehens angelangt. Dann begann mit Kaiser Maximilian I. (1493 – 1519) ein zunächst allmählicher, nach seinem Tode – doch von ihm vorbereitet – ein immer rasanterer Aufstieg des kaiserlichen Hauses Habsburg: Dank Maximilians einzigartig erfolgreicher Heirats- und Erbschaftspolitik standen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts beinahe das halbe Europa sowie die soeben entdeckten und eroberten überseeischen Länder unter habsburgischer Herrschaft.
Geschichte
Hochmittelalter:  Sozialgeschichtlicher Überblick

Leben im 12. Jahrhundert


War die ho­he Blü­te­zeit des Mit­telal­ters, die Zeit der Rit­ter und des Min­ne­sangs, der un­geteil­ten ka­tho­li­schen Fröm­mig­keit und kai­ser­li­chen All­macht – war das ein gol­de­nes Zeit­al­ter? Ver­su­chen wir, ei­nen nüch­ter­nen Blick auf die­se er­ste „ro­man­ti­sche Epo­che“ der deut­schen Ge­schich­te zu wer­fen.
Ei­nen gro­ßen Teil des 12. Jahr­hun­derts hin­durch wurden Deutschland, Burgund und Italien von Kaiser Friedrich I. Barbarossa aus der Dynastie der Staufer regiert. Er wurde 1152 von den deutschen Fürsten zum König gewählt und reiste 1155 nach Rom, um sich vom Papst zum Kaiser des „Heiligen Römischen Reiches“ krönen zu lassen. Durch den Investiturstreit des 11. Jahrhunderts (König Heinrich IV. und Papst Gregor VII.) war das Verhältnis zwischen den deutschen Königen/Kaisern und dem Papsttum gespannt und – nach zwei schwachen Vorgängern Friedrichs noch zusätzlich – die Autorität des Königs in Frage gestellt. Aber auch die Macht der Kirche war nicht mehr ganz ungeteilt, seitdem sich die christliche Kirche des Ostens als „Orthodoxie“ verselbständigt hatte, die Heiligkeit des Papstes bezweifelt wurde und sich die ersten mittelalterlichen „Häresien“ (Katharer, Waldenser – Abweichungen von der religiösen Lehrmeinung Roms) ausbreiteten. Das Zeitalter der Kreuzzüge war angebrochen: Seit 1096 zogen christliche Ritter durch Europa und ins „heilige Land“, um die Juden totzuschlagen und Jerusalem den Moslems zu entreißen.
Geschichte
Neuzeit:  Antinapoleonische Befreiungskriege

Freiherr vom Stein und die Deutsche Erhebung von 1812/14


Wie konn­te es pas­sieren, daß ein adels­stol­zer Reichs­rit­ter, ein pflicht­be­wuß­ter preu­ßi­scher Be­am­ter, zum An­füh­rer ei­ner Volks­be­we­gung wur­de? Wie sein erster Dienst­herr, Fried­rich II. der Gro­ße, über­ließ Stein die deut­sche Spra­che lie­ber Pfer­den und Sol­da­ten.
Er war aus­drück­lich kein „Mann des Vol­kes“, ge­schwei­ge denn ein „De­mo­krat“. Den­noch brach­te er wei­te Tei­le des Vol­kes in Stel­lung ge­gen die Für­sten, die kor­rup­ten Ver­bün­de­ten Na­po­le­ons. Be­feu­ert von Dich­tern und Phi­lo­so­phen, setz­te er als An­stif­ter und Trei­ber die deut­sche Er­he­bung ge­gen den fran­zö­si­schen Ty­ran­nen ins Werk. Freiherr vom Stein war der Pate der eu­ro­päi­schen Be­frei­ungs­kriege..
Eine Darstellung der politischen Weltsicht des Freiherrn Karl vom Stein muß bei seinem Verhältnis zur französischen Revolution ansetzen, weil in ihrem Erleben und in ihrer Überwindung eine der wichtigsten Triebfedern für das politische Wollen und Handeln Steins gelegen hat. Er erkannte sie als einen tiefgehenden Bruch in der geschichtlichen Entwicklung Europas, dessen „Bekämpfung der große Inhalt seines Manneslebens wurde“ (1). Die fast durchgängig ablehnende Haltung gegenüber der erschütternden Zerstörung historischer Traditionen in Frankreich stand, so möchte ich es überspitzt ausdrücken, als Motiv hinter seiner gedanklich-politischen Entwicklung vom reinen Verwaltungsbeamten zum Stellung beziehenden Politiker in preußischem Staatsdienst, von da aus zum großen deutschen Gegenspieler Napoleons bis hin zum konservativen Restaurator adeliger Standesvorrechte. Dabei ist deutlich zu erkennen, wie sich die Kritik an der Revolution nach einem indifferenten Überraschungsmoment von nur wenigen Monaten, in denen auch die Nachrichtenlage in Deutschland noch kein festes Urteil erlaubt haben dürfte, rasch zu einem statischen Gebilde aus Abscheu, Furcht und Vorwürfen gegen den französischen Nationalcharakter verfestigte. Im Unterschied zu den regierenden Fürsten, besonders Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Franz I. von Österreich, verfiel Stein aber ob seiner Feindschaft gegen das von außen ins Reich drängende Neue nicht in eine Resignation, die ihn politisch gelähmt und ebenfalls in die unter Napoleon verbliebenen Nischen des ancien régime abgedrängt hätte. Anders auch als Hardenberg, Montgelas und Metternich war er nicht bereit, sich auf diplomatische Kungeleien mit den Vertretern der Revolution einzulassen, sondern zog vielmehr aus seiner Abneigung die Inspiration zu einem regelrechten ideologischen Kampf. Aus diesem sind zweifellos seine reformerische Tätigkeit in Preußen und der Wille zur politischen Neuordnung Deutschlands hervorgegangen. Insofern verdankt Steins Suche nach einer deutschen Lösung der gesellschaftlichen und staatlichen Mißstände ihre Anregung durchaus der französischen Revolution, wenn auch die Ausgestaltung seines Weges das Ergebnis von Schulung an einem Negativ-Beispiel ist und aus diesem Grund mit vielen Mängeln behaftet bleiben sollte. Vermutlich aber wäre die Anstiftung Steins zu einer aktiven Rolle in der Politik nicht möglich gewesen, wenn seine Stellung zu den Ideen der Revolution in jeder Hinsicht starr gewesen wäre. Für diese Annahme spricht, daß es auch Beispiele von positiver Ideen-Übernahme gab, von denen am Schluß des Kapitels zu reden sein wird.
Geschichte
Neuzeit:  Ein Ve­te­ran der Be­frei­ungs­krie­ge in der bür­ger­li­chen Re­vo­lu­ti­on

Ernst Moritz Arndt und die Deutsche Revolution von 1848


Ernst Mo­ritz Arndt, der Frei­heits­held von 1812/14, war auch in der Pauls­kir­chen-Re­vo­lu­ti­on von 1848 wie­der da­bei. Al­ler­dings muß­ten sei­ne Mit­par­la­men­ta­rier er­staunt fest­stel­len, daß sich der fast Acht­zig­jäh­ri­ge mehr als Brem­ser denn als wah­rer Re­vo­lu­tio­när er­wies.
Vie­le woll­ten ei­ne Deut­sche Re­pub­lik, doch Arndt, der Sohn ei­nes frei­ge­las­se­nen Leib­ei­ge­nen, setz­te sich haupt­säch­lich da­für ein, daß die Vor­rech­te des Adels nicht zu sehr be­schnit­ten wur­den. War das nur Al­ters­kon­ser­va­tis­mus, oder lag hier ein gra­vie­ren­des Miß­ver­ständ­nis vor?
„Es ist schön, sein Vaterland lieben und alles für dasselbe thun, aber schöner doch, unendlich schöner, ein Mensch sein und alles Menschliche höher achten als das Vaterländische.“ – Ernst Moritz Arndt (1)Die geschichtliche Bedeutung Ernst Moritz Arndts für die deutsche Revolution von 1848 ist nicht allzu hoch anzusetzen. An ihrem Anfang war der Dichter und Publizist in Frankfurt als eine Persönlichkeit von beträchtlichem Symbolwert empfangen worden, aber in ihrem Verlauf wurde er den in ihn gesetzten Erwartungen nicht gerecht. Er schien zu konservativ geworden, um sie wirklich mitzutragen, und sein Wirken in der Nationalversammlung beschränkte sich auf die Bekleidung des Ehrenamtes eines Alterspräsidenten, erfolglose briefliche Verhandlung mit dem preußischen König und eine einzige längere Rede. Außerdem verfaßte er eine ziemlich umfangreiche Schrift über die Ziele der Revolution (2), die aber keine weitere Verbreitung fand.
Geschichte
Spätmittelalter:  Ein großer Kaiser und sein kleines Buch

Kaiser Maximilians I. Ritterroman „Teuerdank“


Der Habsburger Maximilian I., deutscher König von 1493 bis 1519, gehört zu den Großen der deutschen Geschichte. Allerdings wurde ihm der „Große“ von der Geschichtsschreibung „amtlich“ nicht zugestanden, obwohl er diesen Ehrentitel sicherlich eher verdient hätte als zum Beispiel Karl „der Große“ oder Friedrich II. von Preußen.
Im Gegensatz zu diesen beiden, die ziemlich skrupellose Gewaltmenschen waren, hat Maximilian sich bemüht, sein Reich durch Recht und Diplomatie zusammenzuhalten. Seine famose Heiratspolitik verband Böhmen, Ungarn, Spanien und die Niederlande mit Deutschland, teilweise für Jahrhunderte – bis der Erste Weltkrieg sein System sprengte. Dennoch sorgte sich der Kaiser, er werde nach seinem Tod bald vergessen sein. Um dem vorzubeugen, schuf er außer einem riesigen Habsburgerreich auch noch ein kleines Stück Literatur. Sein Roman „Teuerdank“ brachte ihm wenig Ruhm, aber immerhin einen romantischen Beinamen ein: „Der letzte Ritter“. .
Geschichte
Spätmittelalter:  Ein Raub­rit­ter als be­gna­de­ter Selbst­dar­stel­ler

Oswald von Wolkenstein und die Politik


Der Dich­ter Os­wald (1376/78 – 1445) muß ein ziem­lich scham- und ge­wis­sen­lo­ser Mensch ge­we­sen sein. Wir ken­nen sei­ne Räu­be­rei­en, sei­ne Ver­ge­wal­ti­gun­gen, Ent­füh­run­gen und son­sti­gen kri­mi­nel­len Ak­ti­vi­tä­ten.
Wo­her wir das al­les wis­sen? Aus sei­nen ei­ge­nen Lie­dern! Vie­le von ih­nen sind au­to­bio­gra­phisch, qua­si selbst­re­flek­tie­rend, al­ler­dings we­ni­ger im nach­denk­li­chen als eher im prah­le­ri­schen Sin­ne. Os­wald war stolz da­rauf, ein Raub­rit­ter zu sein, der sich ein­fach nahm, was er ha­ben woll­te. Und wenn es mal nicht so lief, wie er sich das vor­ge­stellt hat­te, dann hat­te er auch kein Prob­lem da­mit, of­fen über Fehl­schlä­ge zu jam­mern..
Geschichte
Neuzeit:  Venedigs langer Abschied von der Republik

Venedig unter habsburgischer Herrschaft (1798 - 1866)


Die Republik Ve­ne­dig ging un­ter im Jah­re 1797, nach­dem sie fast 1000 Jah­re hin­durch als ei­gen­stän­di­ge Macht im eu­ro­päi­schen Staa­ten­gefüge be­stan­den hat­te. Von Napo­leon zer­schla­gen, ging das Staats­gebiet der ein­sti­gen Groß­macht nach dem Wil­len des Zer­stö­rers 1798 in den Be­sitz Öster­reichs über. Im Zuge der Re­vo­lu­tio­nen von 1848/49 un­ter­nah­men die Ve­ne­zi­aner ei­nen letz­ten Ver­such, ih­re Frei­heit zu­rück­zu­ge­win­nen. Doch das hero­ische Auf­bäu­men ge­gen die Fremd­herr­schaft schei­ter­te, Ve­ne­dig blieb für wei­tere 17 Jah­re bei Öster­reich. 1866 trat die Pro­vinz Vene­zien dem zuvor gegrün­de­ten Kö­nig­reich Ita­li­en bei. Von der siebzigjährigen Zwischenzeit, als Venedig ein Teil der habsburgischen Monarchie war, handelt der folgende Artikel. Obwohl die Landschaft dadurch, daß sie dem deutsch-österreichischen Kaiser zufiel, gewissermaßen auch der deutschen Geschichte angehört, kann die Perspektive nicht sein, die Entwicklung eines „deutschen Landes“ zu schildern. Vielmehr ist sie bestimmt vom Rückblick darauf, was Venedig einst gewesen, um zu verstehen, welche Transformation die politische Identität der Stadt in dieser Übergangszeit durchmachen mußte, damit sie schließlich im italienischen Nationalstaat aufgehen konnte.
Geschichte
Spätantike / Frühmittelalter:  Ein Nachspiel der Völkerwanderungszeit

Das Westgotenreich unter König Leowigild


Die West­go­ten wa­ren un­ter den ger­ma­ni­schen Wan­der­völ­kern, die nach dem Zu­sam­men­bruch des Rö­mi­schen Rei­ches ver­wai­ste Pro­vin­zen über­nah­men, das er­folg­reich­ste.
Als die Wan­da­len in Af­ri­ka und die Ost­go­ten in Ita­li­en schon von den By­zan­ti­nern ab­ge­räumt wa­ren (535 und 553 n.Chr.), das Bur­gun­der­reich von den Fran­ken über­rollt (534), mach­ten die West­go­ten in Spa­nien noch über 150 Jah­re wei­ter. Ihr Reich hat die Ju­sti­nia­ni­sche Spät­an­ti­ke über­lebt und reicht schon ins frühe Mit­telal­ter hin­ein, in die Ex­pan­si­on des Is­lam. Von den Fran­ken auf die ibe­ri­sche Halb­insel ver­drängt, fan­den sie dort erst um 711 durch die Mau­ren ih­ren Un­tergang. Hier be­schäf­ti­gen wir uns mit ei­ner Epi­so­de der west­go­ti­schen Ge­schich­te des 6. Jahr­hun­derts: Kö­nig Leo­wi­gild war der letz­te, der am ari­ani­schen Glau­ben fest­hielt und so ver­such­te, die kul­tu­rel­le Iden­ti­tät der West­go­ten zu be­wah­ren..
Geschichte
Deutsche Geschichte 7: 1945 – 2000

Zeittafel 7: Besatzung, Bundesrepublik und DDR


Chronologie der Neuzeit seit der Französischen Revolution –                       Teil D: Von der allierten Besatzung bis zum Beginn des deutschen Niedergangs unter Kanzler Schröder
___________________________________________________________ Stichwörter: Nachkriegsjahre * Nürnberger Prozesse * Gründung von BRD und „DDR“ * Wirtschaftswunder * EWG-Gründung * Berliner Mauer * 1968 & RAF-Terrorismus * Kalter Krieg * Auflösung des Warschauer Pakts * Deutsche Wiedervereinigung * Kanzler Helmut Kohl * rot-grüne Koalition
Geschichte
Deutsche Geschichte 5: 1871 – 1918

Zeittafel 5: Das Zweite Kaiserreich


Chronologie der Neuzeit seit der Französischen Revolution –                       Teil B: Von der wilhelminischen Reichsgründung bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
___________________________________________________________ Stichwörter: Hohenzollern-Inthronisierung * Reichskanzler Otto von Bismarck * Karl Marx * Sozialismus * Kulturkampf & Sozialgesetze * technische Erfindungen * Wirtschaftsaufschwung * Kolonialismus * Erster Weltkrieg * Versailler Diktat
Geschichte
Regententabelle zur deutschen Geschichte

Deut­sche Kö­ni­ge, Kaiser, Kanzler


Chronologie deutscher Staatswesen und ihrer Staats­ober­häup­ter
Das Frankenreich Karls I. des Großen, über das auch sein einziger Sohn Ludwig der Fromme noch ungeteilt herrschte, umfaßte Deutschland, Frankreich und die nördlichen zwei Drittel Italiens. Nach Ludwigs Tod 840 wurde es zwischen seinen drei Söhnen Lothar I. (Mittelteil von den Niederlanden bis Schweiz mit Italien), Karl II. dem Kahlen (Frankreich) und Ludwig dem Deutschen (Deutschland und Österreich) aufgeteilt. 869 starb Lothars Sohn, Lothar II., ohne männliche Erben, deshalb wurde sein Mittelreich „Lotharingien“ zwischen den karolingischen Linien Ost- und Westfrankens verteilt, von der Nordsee bis zu den Alpen in etwa orientiert an der romanisch-germanischen Sprachgrenze. In der ursprünglichen Dreiteilung liegt aber der Nukleus dafür, daß sich im Spätmittelalter das Burgunderreich zwischen Frankreich und Deutschland schob. Aus dieser neuen Mitte entwickelte sich ab 1500 die Unabhängigkeit der Niederlande und der Schweiz.
Geschichte
Deutsche Geschichte 6: 1918 – 1945

Zeittafel 6: Weimarer Republik und Drittes Reich


Chronologie der Neuzeit seit der Französischen Revolution –                       Teil C: Von der Gründung der „Weimarer Republik“ bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs
___________________________________________________________ Stichwörter: Friedensbedingungen * sozialistische Aufstände * politische Morde * Putschversuche * Hyperinflation * Regierungskrisen * Straßenkampf * präsidiale Notverordnungen * NS-Machtergreifung * Wirtschaftsaufschwung * Rassenpolitik * Anschluß Österreichs * Zweiter Weltkrieg
Geschichte
Deutsche Geschichte 1: 1000 v.Chr – 900 n.Chr.

Zeittafel 1: Germanien zur Zeit der römischen Antike und im Frühmittelalter


Chronologie der germanisch-deutschen Vorzeit vor Beginn der eigentlichen „deutschen“ Geschichte: Vom ersten Zusammentreffen germanischer Völkerschaften mit den Römern bis zur Teilung des Frankenreichs nach Karl I. dem Großen
___________________________________________________________ Stichwörter: Indogermanen * Kimbern und Teutonen * Julius Caesar * Germanien zur Römerzeit * Tacitus * Hunnen-Einfälle * Völkerwanderung * Goten * Wandalen * Burgunder * Langobarden * Germanenreiche in Europa * Merowinger * Karolinger * Fränkische Teilungen
Geschichte
Deutsche Geschichte 2: 900 – 1500

Zeittafel 2: Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation


Chronologie des Mittelalters: Von der „Gründung Deutschlands“ bis zur Erfindung des Buchdrucks, der Entdeckung Amerikas und der Reformation
___________________________________________________________ Stichwörter: Deutsches Wahlkönigtum * Ottonen * Fränkische Salier * Investiturstreit * Kreuzzüge * Staufer * Rittertum * Hanse * Deutscher Orden * Ausdehnung nach Osten * Goldene Bulle * Universitäten * Luxemburger * Habsburger * Herzogtum Burgund * Schweizer Abspaltung * Renaissance
Geschichte
Deutsche Geschichte 4: 1806 – 1871

Zeittafel 4: Der Deutsche Bund


Chronologie der Neuzeit seit der Französischen Revolution –                       Teil A: Von der napoleonischen Besatzungszeit bis zur Gründung des zweiten, „kleindeutschen“ Kaiserreichs
___________________________________________________________ Stichwörter: Napoleonische Tyrannei über Europa * Preußische Reformen * Befreiungskriege * Wiener Kongreß * Deutscher Bund * Reaktion und Demagogenverfolgung * soziale Unruhen * 1848er-Revolution * Industrialisierung * Dänische Kriege * Norddeutscher Bund * deutsch-französischer Krieg 1870/71 * Zweite Reichsgründung
Geschichte
Deutsche Geschichte 3: 1500 – 1806

Zeittafel 3: Deutschland in der frühen Neuzeit


Chronologie der frühen Neuzeit: Vom Aufstieg der Habsburger und der Reformation bis zur Französischen Revolution und dem Ende des Heiligen Römischen Reichs
___________________________________________________________ Stichwörter: Habsburger Großmacht * Reformation * Bauernkriege * Religionskriege * Dreißigjähriger Krieg * Türken-Einfälle * Aufstieg Preußens zur Großmacht * Aufklärung * Friedrich II. der Große * Siebenjähriger Krieg * Französische Revolution * Napoleon Bonaparte
Geschichte
Nationallieder, Landeshymnen, Volks- und Soldatenlieder, Filmschlager

Deutsche Lieder und Hymnen


In nationalen Kategorien zu denken, das deutsche Volk nach Abstammung und Traditionen zu definieren, gilt in diesen globalistischen Zeiten als konservativ bis rechtsradikal, wenn nicht gar als „rassistisch“. Wie schrecklich reaktionär, dann auch noch dazu passendes, national-identitäres Kulturgut hochzuhalten! Genau das wollen wir hier tun: patriotische Lieder wieder ausgraben, die unseren Vorfahren etwas bedeutet haben. Überraschend für manche Leute, für rotgrüne Deutschlandhasser gar empörend: Sie können auch heute noch die deutsche Seele berühren und erheben. Im deutschen Kulturraum scheinen sie allerdings fast ausgestorben zu sein.
Wir haben das Netz durchsucht und sind hauptsächlich bei englischsprachigen, meist wohl amerikanischen Seiten und YouTubern fündig geworden. Im Ausland gibt es offenbar Liebhaber, die deutsches Volks- und Militärliedgut besonders zu schätzen wissen, umso mehr, wenn es sich um kernige, sozusagen „kriegsgestählte“ Einspielungen aus den 1930/40er Jahren handelt. .